Conni Grundmann

Eisbach River-Surfer seit 2000

conni grundmann_eisbach-münchen-river-wave-surferConni ist eine Powersurferin – mit relativ langen Boards bekommt sie enormen Speed und macht fette Turns auf der Eisbachwelle. Man sieht sie dort zu allen Tages- und Jahreszeiten. Conni wohnt nur 5 Minuten vom Eisbach und flexible Arbeitszeiten als Kamera- und Tonfrau erlauben es ihr, auch unter der Woche tagsüber Surfen zu gehen, wenn es leer ist. Sie führte Kamera bei so manchem Filmprojekt, das direkt oder indirekt mit dem Eisbach zu tun hat. Dazu gehören der Surf-& Skatefilm “Go Shred” von Tim Sedgwick mit einem eigenen Kapitel über Eisbachsurfen, sowie “Tracking the Soul” von Matthias Thönnissen, der auf den ersten Blick nichts mit dem Eisbach zu tun zu haben scheint, aber bei genauem Hinsehen unzählige Parallelen zum Eisbach mit seiner Surfszene und einzelnen Charakteren zieht. Wenn Conni nicht auf der Welle ist, spannt sie ihre Slagline zwischen den Bäumen am Bach – die Alternative zu „Balkenquetschen“, wenn es zu voll ist an der Welle.   

Seit wann surfst du am Eisbach? 2000 war ich glaub ich das erste Mal da.  

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by Meike Reijerman

Wie kamst du dazu? Der klassische Weg: Von der Floßlände an den Bach – und das Meer so weit. 

Was bedeutet der Eisbach und die Welle für dich und dein Leben in München? Ich wohne in 5 Minuten Radlentfernung von der Welle. Eisbachsurfen war und ist einfach der perfekte Ausgleich zu Studium bzw. Arbeit. So ein kühler Splash macht den Kopf wieder frei. Zu meinen Spitzenzeiten war ich bestimmt 4-5 Tage die Woche ne Runde surfen.  

Und das Adrenalin beim Eisbachsurfen? Eher Seratonin und Endorphin! Adrenalin: Das schaffen die Hochwasserwellen an der Reichenbach- oder Wittelsbacher-Brücke.  

Hast du fürs Eisbachsurfen schon mal deine besten Freunde vorsätzlich versetzt? Nö.  

Neben Surfen liebste Tätigkeit in München? Sportivo in Town: Skaten, Slaken, Kraxeln und so ussel. Ich liebe motorische Herausforderung. No sportivo: Die Biergärten im Sommer und Grillen am Fluß.  

Lebensunterhalt? Kamera und Ton bei Videoproduktionen. 

Und wie ist Arbeit zeitlich mit Surfen am Bach vereinbar? Super, denn ich hab oft frei, wenn andere arbeiten müssen.  

Surfst du nachts? Ja, schon immer gern in Sommernächten; nach dem Grillen noch Surf-Halligalli. Und seit letztem Sommer auch aus der Not, da tagsüber so ein Trubel an der Welle herrscht, dass man nur noch zum Balkenquetschen kommt; und des is faad. Obwohl: Mit den richtigen Leuten wird dann ne schnelle und noch schnellere Runde auch witzig.  

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by Meike Reijerman

Im Winter? Surf ich gern. Da sind vor allem Surfer da, die nicht so sehr zur Show-Surfer-Kategorie gehören. Die sind entspannt und vor allem sind es wenige. Das ist Voraussetzung: Denn im Winter sind mehr als 3 bis 4 Leute einfach zu viel. Mal sehen, wie lang es noch so geht.  

Mit wem gehst du am häufigsten Eisbachsurfen? Ich fahr oft einfach hin; und dann mal sehen, wer da ist. Über die Jahre verschieden.  

Wie viele Eisbachsurfer schätzt du gibt es insgesamt in München? Gefühlte 10000! Aber wahrscheinlich mit denjenigen, die nur selten noch zu Besuch sind, bestimmt mehrere hundert Surfer.  

Du erlebst die Wellenreitszene am Eisbach schon seit Jahren – gibt es da Entwicklungen die dich besonders freuen bzw. nerven? Es freut mich, dass die Welle konstant gehegt und gepflegt wird und die Stadt uns duldet. Nerven tut´s mich heute nur noch manchmal, wenn z.B. ein Polizist jetzt schon fragt, ob man sich hier ein Brettchen leihen kann! Schade halt, dass viele Eisbach-Urgesteine nicht mehr kommen wegen dem Rummel. Das wird mir auch so gehen früher oder später – wohl erst später.    

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by Meike Reijerman

Ist es dir schon passiert, dass der Eisbach im Ausland bereits bekannt war? Oft. In den Surfkulturen Australien und Amerika. In den letzten Jahren hat das wirklich zugenommen. Vor einigen Jahren haben Surfer aus anderen Ländern nicht glauben können, wenn man Ihnen von einer stehenden Welle im Fluß erzählt hat. Heute ist der Eisbach wirklich vielen Surfern auf dem Globus ein Begriff.  

Welche Profisurfer und Stars hast du schon am Eisbach gesehen? Puh, da waren Ross Clarke Jones, Jack Johnson, ach und Jack McCoy, der mich mit Kamera interviewt hat. Bestimmt traumatisch für ihn, denn mir fehlte ein Frontzahn nach einem Fahrradunfall.   

Was geht dir durch den Kopf, wenn du jemanden mit Neo & Board unterm Arm durch München ziehen siehst? Ich liebe dieses skurrile Bild; besonders im Winter. Aber es macht auch bisschen Fernweh.  

Was ist dein favorite Move am Eisbach, den du stehst? Einfach gute Turns und den Olli an der Balkenseite. Nen Hang Five auf einem 5‘8 Board find ich auch witzig. Den gefahrenen 360er mag ich irgendwie nicht so. Aber ich hab da ehrlich nicht so ein Trainingskonzept im Kopf.   

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by Meike Reijerman

Hast du schon dein perfektes Board für den Bach gefunden? Kurz und gut: Immer wieder etwas anderes.  

Beste Veranstaltung des Jahres in München? Mein Geburtstag!  

Teilnahme und Erfolge bei Riversurf-Contests? Nö. Surfing geht für mich nicht zam mit Contests, selbst Flußsurfen nicht. Ich bin irgendwie nicht sehr competitive; und extra Rummel oder extra Marketing liegt mir auch nicht so. Wobei der FUS-Contest noch der beste ist. Wenige Flaggen und Fahnen und so´n Kram, sondern stattdessen Vollgas Action!  

Hauptunterschied Riversurfing und Meer?
Erklär du das Technische, Quirin! Aber ansonsten:  Balkenstehen an der Eisbachwelle und im offenen Ozean auf´s nächste Set warten ist schon ein ganz schön gravierender emotionaler Unterschied! Tja, und die Naturgewalt spürt man beim Surfen zwischen Betonwänden unter einer 4-spurigen Straße auch eher peripher. Aber hey, ich will es auch nicht missen!  
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by Meike Reijerman

Verstehen Meersurfer das Flusssurfen? Wie finden sie die konstanteste Welle der Welt im Zentrum Münchens? Die meisten finden es Spitze. Aber sie verstehen das Prinzip von Flusswellen oft nicht so richtig, vor allem wenn sie noch nie eine stehende Flußwelle gesehen haben. Das find ich witzig. Da würd ich gern mal einen Kurzfilm zu dem Thema machen.  

Lustigste Fragen von Zuschauern auf der Brücke? Jeden Tag auf´s Neue, wie z.B.: „Ja und machen Sie das dann auch in Hawaii?“ Oder letztens: „Ist das nicht ein unglaublicher Kraftakt?“